Silent Hill 4
Walters Ritual
Walter Sullivan führte das
Ritual der 21 Sakramente durch, um seine Mutter wiederzubeleben. So viel ist klar.
Aber dieses Ritual ist komplexer, als es sich anhört.
Es besteht aus
vier Offenbarungen,
21 Opfern, die aus
21 Tarotkarten ausgewählt werden
und dem
Ritual der Heiligen Himmelfahrt.
Und was dabei am Ende herauskommt ist sicherlich
nicht Walters Mutter, jedenfalls nicht im eigentlichen Sinne.
Da viele das Spiel einfach nur "spielen" und sich keine Gedanken über die Hintergründe machen, will ich den schwierigsten
Aspekt des Spiels, nämlich Walters Ritual, hier chronologisch auseinander nehmen, sodass es für jeden klar ist.
Ich schlage einfach mal vor, dass ich mit der ersten Offenbarung anfange,
nämlich den Opfern 1-10.
Es wäre wichtig herauszufinden, was Walter mit den Opfern gemacht hat und was er alles braucht, um die erste Offenbarung
zu vollenden.
Zusätzlich werde ich sehr interessante Dinge klären, die die Story ergänzen, wie zum Beispiel die Identifikation der Opfer,
sowie ihre Bedeutung in Bezug auf die Tarotkarten.
Ich hoffe das Thema gefällt Ihnen, ich halte es für sehr interessant, zumal das Spiel Silent Hill 4 auch voller Denkarbeit
steckt und nicht nur oberflächlich betrachtet werden sollte. Viele Spieler bewerten das Spiel zu unrecht unter, weil sie nur
etwas an der Oberfläche kratzen.
Was noch zu sagen ist, dass diese Analyse auf verschiedenen Quellen (offizielle und inoffizielle), sowie meinem eigenen
Wissen basiert und dass einige Punkte meine Thesen sind. Natürlich werde ich sie nicht unbegründet lassen. Wichtig ist mir
nur, dass Sie dieses Dokument nicht als
"ultimative Wahrheit" vom
"Spender der Weisheit" ansehen ^^
Also in diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen!
Walter brachte 21 Menschen um, damit er das Ritual der 21 Sakramente erfüllen konnte. In seiner ersten Offenbarung tötete er
10 Menschen in 10 Tagen auf unterschiedliche Art und Weise. Im Vordergrund steht zunächst die Ausführung der Morde.
Die
Kultbibel aus dem Keller des Waisenhauses liefert uns die Antwort:
"Das erste Zeichen
Und Gott sprach, wenn die Zeit gekommen ist, reinige diese Welt mit meinem Zorn. Versammle das
weiße Öl,
den
schwarzen Becher und das
Blut der zehn Sünder. Bereite dich vor auf das Ritual der
Heiligen Himmelfahrt. […]"
Das Blut der Zehn Sünder steht für nichts anderes, als die Herzen, die Walter seinen Opfern entfernte.
Nebenanmerkung: Walter studierte vom 19.-24. Lebensjahr Medizin in Pleasant River zu genau DIESEM Zweck - um die Herzen
zu entfernen, die für die erste Offenbarung nötig waren.
Mit dem weißen Öl ist der
weiße Chrisam gemeint, von dem auch schon in Silent Hill 2 die Rede war.
Wir finden ihn auf dem Tisch in Walters Hinterraum in Zimmer 302, wo seine Leiche hängt. Dort sehen wir auch den schwarze
Becher, mit dem der
Obsidian-Kelch gemeint ist (auch schon in SH2 vorgekommen).
Wir haben also:
Zehn Herzen = Blut der zehn Sünder
Weißer Chrisam = weißes Öl
Obsidiankelch = schwarzer Becher
Walter Sullivan hatte seine zehn Opfer, denen er die Herzen entnahm und war im Besitz des weißen Öls (Chrisam). Nun war
die 1. Offenbarung beendet, er brauchte nur noch das
Ritual der Heiligen Himmelfahrt zu vollziehen,
um die
Himmlische Macht zu erlangen und zur 2. Offenbarung überzugehen. So begann er Selbstmord und wurde
das 11. Opfer seines Rituals.
Er erlangte die
Himmlische Macht und existierte weiter, als Geist, als
"Victim" seiner selbst. Er lebte in einer spirituellen Welt seines Unterbewusstseins, in all den Orten, die
sein Leben so stark geprägt hatten, geisterte er umher und riss seine Opfer tief in seinen Bann, in seinen Albtraum,
in sein Unterbewusstsein (siehe Alessa).
Das war die erste Offenbarung. Auf den nächsten Seiten werde ich auf Walters Opfer eingehen: die Victims 1-10.
Gut, dann würde ich sagen, fangen wir mit Opfer 1 an,
Jimmy Stone (siehe Bild).
Er wurde getötet im
Wish House mit einem
Kopfschuss. Sein Spitzname war
"Roter Teufel" oder
"Red Devil". Aus Silent Hill 2 wissen wir, dass Walter bei seiner Verhaftung rief:
"Er versucht mich zu töten... er versucht mich zu quälen. Das Monster... der rote Teufel. Ich hab's getan, aber ich war's
nicht!"
"Ein Verweis auf Pyramide Head", denken sich jetzt alle Silent Hill 2 Spieler. Aber steckt mehr dahinter?
Jimmy Stone ist der rote Teufel, wie sein Spitzname erkenntlich macht. Warum sollte Walter Angst vor ihm haben? Ist Walter
vielleicht unschuldig?
Warum wählte Walter gerade Jimmy Stone als sein erstes Opfer? Die Antwort gibt uns Jimmys Tarotkarte
"Der Magier".
Sie steht für
Weisheit, dem
Streben nach Fähigkeiten und gilt als
Manipulator.
Die Weisheit können wir Jimmy Stone nicht aberkennen, er ist schließlich ein
Priester des Kultes. Warum er nach
großen Fähigkeiten strebt und als Manipulator gilt, das erfahren wir, wenn wir uns bald George Rosten, Opfer 6, näher
betrachten.
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Opfer 2 war Bobby Randolf,
Opfer 3 Sein Martin
Die beiden wurden beide zusammen in
Pleasant River getötet. Opfer 17, Jasper Gein, war auch bei ihnen, doch er
konnte sich retten.
Es kam so, dass Jasper, Bobby und Sein, drei Okkultfreaks, herausbekamen, dass Walter Sullivan einen Teufel erwecken
würde. Angespornt von dem Gedanken, den Teufel sehen zu können, fuhren die drei nach Pleasant River zur Universität, wo
sie Walter fanden. Bobby sprach mit ihm, Jasper und Sein jedoch waren zu ängstlich und versteckten sich in den Büschen.
Walter rief auch nach Sein und Jasper, und Sein zeigte sich ihm auch, nur Jasper hatte noch zu viel Angst. Walter
erwürgte die beiden und wollte sich auch Jasper krallen, doch der nahm die Beine in die Hand und rannte so schnell
er konnte.
Warum Bobby und Sein?
Bobbys Tarotkarte ist die
Hohepriesterin. Sie steht für
Gnade und
Unterscheidung von Gut und Böse.
Außerdem steht er für das
Unterbewusste im Menschen. Bobby zeigt mit seinem mutigen Auftritt
Vertrauen,
denn er stellt sich Walter sofort. Ihm ist auch klar bewusst, wer dort vor ihm steht -
die Person, die den Teufel
beschwören wird.
Seins Tarotkarte ist die
Herrscherin. Sie steht für das
Dreieck der Fruchtbarkeit. Dazu ist mir
eingefallen, dass Jasper, Sein und Bobby ja
drei Freunde sind und sie somit vielleicht das
Dreieck
bilden.
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Opfer 4 und 5sind
Steve Garland (siehe Bild) und
Rick Albert.
Steve Garland ist der Besitzer einer
Tierhandlung in South Ashfield Heights. Rick Albert leitet das
Sportgeschäft, in dem Walter während seiner Studienzeit arbeitete. Steve Garland wurde von Walter mit einer
Maschinenpistole getötet. Dabei wütete Walter in der gesamten Tierhandlung und verwüstete alles. Daraufhin ging
er zu Rick, dessen Geschäft in nächster Nähe war und erzählte ihm, der Besitzer der Tierhandlung sei mit einer
Maschinenpistole erschossen worden. Rick fragte sich zwar, woher Walter so viel über den Mord wusste, leider war es zu
spät ihn danach zu fragen, denn Walter tötete ihn mit einem
Golfschläger.
Nebenanmerkung: Schon jetzt können wir ein Muster in Walters Mordausführung erkennen: Walter tötete erst Jimmy
Stone in Silent Hill, dann Sein Martin und Bobby Randolf in Pleasant River, dann Steve Garland und Rick Albert in SAH.
Seine nächsten Opfer, George Rosten, sowie Billy und Miriam Locaine werden wieder in Silent Hill getötet.
Warum Rick und Steve?
Steve Garlands Tarotkarte ist der
Herrscher. Der Herrscher
herrscht über sich selbst und über Dinge, die ihm
gehören. Er behält den
Überblick über seine Besitztümer und denkt
zukunftsorientiert. Das trifft auf
einen Händler wie Steve zu.
Rick Alberts Tarotkarte ist der
Hohepriester. Der Hohepriester ist ein
Vermittler (eventuell zu Gott) und
besitzt eine
Gewissheit, die ihn nicht zweifeln lässt, er denkt also immer ein Stück weiter und
fragt sich nach
dem Sinn. Diese Eigenschaften treffen auf Rick zu, denn auch er denkt über Walters Worte nach und denkt
ein
Stückchen weiter. Woher konnte Walter so viele Details zu dem Mord wissen? Ein Sportwarenhändler wie Rick dient
auch als
Vermittler, jedoch zu seinen Kunden und nicht in der ursprünglichen Bedeutung des Hohepriesters zu
Gott.
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Es folgt
Opfer 6, George Rosten.
George Rosten war wie Jimmy Stone
Priester des Kultes. George war Jimmys
rechte Hand und wurde wie Jimmy
im Wish House getötet, jedoch beim
Altar im Keller. Walter hatte ihn mit einer
Eisenstange
erschlagen. Außerdem war er für etwas anderes verantwortlich, dass Walters
komplettes Leben verändert hat.
Er schleuste den Dämonen
Valtiel (siehe Bild) in Walters Unterbewusstsein. Er tat dies, um Walter
kontrollieren zu können, damit er die 21 Sakramente ausführte.
Zu Georges Tarotkarte. Sie ist in diversen Decks anders. Im einem Deck heißt die 6. Tarotkarte
die Liebenden,
in einem anderen
die Versuchung. Die Bedeutungen sind aber ziemlich gleich. Die Liebenden (oder die Versuchung)
glaubt an
Liebe und das Paradies, trifft Entscheidungen und ist trotzdem oft
der Versuchung unterlegen.
Im Kult von Silent Hill glaubt man ja auch an das
Paradies, nur sieht es da etwas anders aus, als herkömmlich ^^
Ansonsten trifft die Karte darauf zu, dass George etwas mit Walter und Valtiel zu tun hat. Er trifft
Entscheidungen
(Valtiel in Walter zu setzen) und ist oft der
Versuchung unterlegen (Versuchung ist in diesem Fall der
Machthunger, denn Macht wird erlangt, wenn man Walter als Killer
unter Kontrolle hat).
Das Ende vom Lied war, dass Valtiel in Walter steckte, die Priester ihn aber nicht kontrollieren konnten und er zu einer
mordenden Killermaschine wurde. Als Jimmy und George tot waren, konnte Walter niemand mehr stoppen, jedenfalls niemand
vom Kult.
War Walter also schuldig an den Morden?
Ja, ein tiefer, sehnlicher Wunsch brachte Walter dazu, seine Mutter wieder sehen zu wollen. Doch die wahren Manipulatoren
waren Jimmy Stone und George Rosten. Die beiden haben das Unheil fabriziert, Walter war eigentlich nur gerade
das
Kind, das sich am Besten für das Ritual eignete. Er wurde nicht als Killer geboren, sondern wurde von Jimmy und George
zum Killer gemacht. Walter ist ein Mörder und seiner Tat schuldig, doch er ist auch zu bemitleiden, da er
womöglich nicht gemordet hätte, wäre er nicht manipuliert worden. Der wahre Täter ist für mich der Kult,
spezifisch Jimmy Stone und George Rosten.
Fakt ist jedoch, dass Valtiel in Walter steckte und ihn von innen verändert hatte,
wie ein Virus. Valtiel ist
der
Wächter des Kultgottes - derjenige, der den Geburtsvorgang des Kultgottes überwacht. Von nun an manipulierte er
Walter, damit er die 21 Sakramente vollziehen konnte.
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Billy war
Opfer 7. Er und seine Schwester werden zur gleichen Zeit getötet, aber Billy starb zuerst. Die beiden
wurden von Walter
mit einer Axt erschlagen.
Warum Billy und Miriam Locane?
Zu Billy: Seine Tarotkarte ist
der Wagen. Er steht für
Wagnis und
Abenteuerlust. Diese
Charaktereigenschaften treffen auf einen
kleinen, stürmischen Jungen mit Sicherheit zu.
Zu Miriam: Ihre Tarotkarte ist
die Kraft. Sie steht für
innere Harmonie, ein Problem
nicht mit
Kraft zu lösen und sich
Dingen zu stellen. Billy wurde sehr wahrscheinlich vor ihren Augen getötet.
Vielleicht hatte sie die Kraft
ihrem Schicksal ins Auge zu sehen. Sicher ist sie wohl zunächst vor Walter
weggerannt, aber es könnte gut sein, dass sie die Kraft hatte, dem Mörder ihres Bruders in die Augen zu sehen, als er
sie erschlug. Immerhin war Miriam
brutaler zugerichtet worden als ihr Billy. Alles was von ihr übrig blieb,
war ein
Büschel ihrer Haare.
Walters Mordreihe war seit dem grausamen Mord an diesen zwei Kindern nicht nur als schrecklich, sondern auch als
pervers angesehen. Die Morde an Billy und Miriam Locane waren
der Anfang vom Ende für Walter.
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Wollen wir nun die erste Offenbarung beenden, nämlich mit
Opfer 9 und 10 - William Gregory und
Eric
Walsh(siehe Bild).
William Gregory war der Besitzer eines
Uhrengeschäfts in SAH (South Ashfield Heights). Er wurde mit einem
Schraubenzieher von Walter getötet.
Eric Walsh war ein
Barkeeper. Sein Charakter ändert sich laut Opferkarte
beim Fahren, ansonsten
schien er ein
ruhiger Mensch zu sein. Er wurde
zu Hause erschossen, wo Walter auf ihn wartete
(schon allein das lässt darauf schließen, dass der Mord an Eric geplant war).
Die Tarotkarte von William Gregory ist
der Eremit. Er steht für
Vollkommenheit und
Streben nach
Qualität. Er ist
allein, doch
vollkommen und
sich selbst treu. Das trifft auf den
Qualität
anstrebenden Uhrmacher zu.
Die Tarotkarte von Eric Walsh ist
das Rad des Schicksals, was eine
sehr interessante Karte ist. Sie
steht für
zyklische Gesetzmäßigkeit (alles muss seine Ordnung haben). Außerdem steht sie für das
Wiederkehren
nicht abgeschlossener oder unvollständiger Zyklen im Leben. Was
nicht oder nur
unvollständig
abgeschlossen ist, wird einem
wieder begegnen. Das Rad des Schicksals steht auch, wie der Name schon sagt,
für das
Schicksal eines jeden Individuums.
Das sind eindeutige Merkmale für das Eintreten der
Heiligen Himmelfahrt, die
unmittelbar nach der ersten Offenbarung folgt.
Das halte ich für
sehr interessant, aber es gibt noch weitere Tarotkarten, die wunderbar in das Ritual der
21 Sakramente passen.
Nun sollte ich vielleicht noch mal auf das Ritual der Heiligen Himmelfahrt eingehen. Wichtig ist, dass Walter nach seinem
zehnten Opfer
gefasst wurde und im Gefängnis landete. Dort begann er dann Selbstmord, indem er sich einen Löffel
fünf Zentimeter in den Hals streckte und dabei seine Halsschlagader durchtrennte.
Selbstmord?
Ja und Nein. Walter brachte sich um, damit er in einer anderen Form weiter existieren konnte.
Das Buch der 21 Sakramente, die Kultbibel, sagt uns folgendes:
"Das Zweite Zeichen
Und Gott sprach,
Bringe das
Blut der Zehn Sünder
Und das
weiße Öl dar.
Sei dann befreit von den
Fesseln des Fleisches und erlange die
himmlische Macht. […]"
Walter hatten also das Blut der zehn Sünder (
zehn Herzen)
das weiße Öl (
weißer Chrisam)
und den
Obsidiankelch, in den der Chrisam gefüllt wird.
"[…] Oh,
Kelch, der gefüllt ist mit dem
weißesten der Weine, […]" ("
Buch - Blutrote Zeremonie"
(
siehe Bild) aus SH2).
Mit diesen Voraussetzungen konnte Walter das Ritual der Heiligen Himmelfahrt ausführen. Er brachte sich um. Somit
starb sein physischer Körper, doch er existierte weiter in
spiritueller Form. Sein Körper starb, aber er
lebte als Geist weiter, da seine Aufgabe noch nicht erfüllt war. Das bedeutet es, von den "
Fesseln des Fleisches"
befreit zu sein und die "
himmlische Macht" zu erlangen.
Walter wird als
11. Opfer mit der Tarotkarte "
Die Gerechtigkeit" identifiziert. Sie steht für
den
Richter, der
im Sinne einer Gerechtigkeit handelt und
alles Untaugliche nach sorgfältigem
Prüfen eliminiert. Walter handelte im Sinne
seiner eigenen Gerechtigkeit und
räumte alles aus dem Weg,
nur um seine Mutter sehen zu können.
Nach dem Ritual der Heiligen Himmelfahrt war es also noch nicht vorbei. Für Walter baute sich eine neue Welt auf,
in der
er selbst herrschte. Diese Welt war eine
Manifestation aus den stärksten Gefühlen, tief in seinem
Unterbewusstsein - also eine spirituelle Welt (wir kennen das von Alessa). Walters starke, psychische Energie lag auf den
Orten, die ihm am stärksten im Gedächtnis waren (die U-Bahn mit den Mädchen, die ihn ärgerten, SAH-Apartments, Wish
House…etc). Diese Orte waren natürlich mit Gefühlen der
Angst und des Hasses hinterlegt, denn das war es, was
Walter am meisten fühlte. Er war also imstande sich in seiner Welt fortzubewegen und uneingeschränkt zu herrschen -
niemand konnte ihm hier das Wasser reichen. Menschen, die sich an diesen Orten aufhielten, wurden nach Walters Willen
in diese Welt gesogen und waren seine hilflosen Opfer - ja, Walter war wirklich ein Herrscher.
Aber auch etwas anderes geschah mit ihm. Etwas dass wir ebenfalls von Alessa kennen: Er spaltete sich in
zwei
Teile auf. Der eine Teil existierte in Form von Walters
24-Jahre altem Körper, der nichts anderes im Kopf
hatte, als mit aller Gewalt die 21 Sakramente zu erfüllen - also die
totale Killermaschine, die nur
Tod
und Vollendung im Blick hatte. Die zweite Hälfte war die
Hoffnung, seine Mutter irgendwann wieder zu sehen,
in Gestalt eines kleinen Jungen - Walter mit sechs Jahren. Diese beiden Persönlichkeiten reisten durch die Welten
ihres Unterbewusstseins mit verschiedenen Zielen, die auf das selbe hinausliefen: Der "
Mann mit dem Mantel"
tötete, um das Ritual zu erfüllen und "
der kleine Walter" wollte unbedingt seine Mutter wieder sehen.
Nebenanmerkung: Wenn wir diese beiden Standpunkte analysieren, dann erkennen wir,
dass der Mann mit dem Mantel
nur existiert, um den kleinen Walter glücklich zu machen!
Jetzt war Walter also schon fast nicht mehr aufzuhalten. Wie wir alle wissen, hob er sein Grab selbst aus und versteckte
seinen physischen Körper in einem Hinterzimmer von Apartment 302. Ja, auch dort konnte sich Walter manifestieren. Immerhin
drehten sich seine ganzen Gedanken um diesen Ort. Aber die Erinnerung war ein dunkles, ekliges Zimmer, in dem er auf dem
Boden lag, allein und verlassen mit nichts als einer Nabelschnur. Walter mauerte dieses Hinterzimmer zu, damit es niemand
finden konnte, denn ein neuer Bewohner zog in Zimmer 302 ein.
Joseph Schreiber - ein Journalist.
Mit dem Einzug in Zimmer 302 war sein Schicksal besiegelt.
Da die zweite und dritte Offenbarung kürzer sind als die erste und nicht zu viele Informationen auf einmal enthalten,
werde ich die Victim Analyse und die Erklärung der Offenbarung von nun an zusammenlegen.
Um Walters Weg zu verstehen, müssen wir wieder einen Blick auf die 21 Sakramente werfen.
Das zweite Zeichen sagt:
"[…] Aus
Dunkelheit und
Leere bringe
Düsterkeit hervor, und gürte dich mit der
Verzweiflung
für den
Spender der Weisheit. […]"
Joseph war hinter Walter her, jedenfalls hinter seiner Geschichte. Er recherchierte über ihn und schrieb viel in sein
Tagebuch. Joseph war der Erste, der Walter 100%ig verstand, jedoch sollte das sein Verhängnis werden. Während Joseph
recherchierte, mordete Walter fröhlich weiter.
---
Sein
12. Opfer war
Peter Walls, ein Kiffer aus SAH.
Peter Walls ist als in Buch der 21 Sakramente als
Leere definiert. Schauen wir ihn uns näher an. Laut den
Opferkarten
kiffte er und bekam sein Marihuana von Toby Archbolt, einem Priester, der nach dem Tod von Jimmy
Stone das Wish House leitete. Irgendwann verschwand Peter urplötzlich und wurde erst tot wieder aufgefunden -
zu Tode geprügelt.
Seine Tarotkarte lautet "
Der Gehängte" und steht für
Ungewissheit, Opfer und
Schande, sowie
Angst, Unsicherheit und
Zweifel. Peter hat gekifft, war total stoned und wurde von Walter tot geprügelt.
Wir können die oben stehenden Definitionen also weitgehend als richtig erklären.
Warum Leere?
Ich persönlich bringe die "
Leere" mit dem
Zustand des Kiffens in Verbindung. Wenn man total stoned ist,
realisiert man
gar nichts mehr um sich herum, ist
total weg und
leer. Ich sehe seine leeren Augen
direkt vor mir, wenn er Walter ins Gesicht sieht und überhaupt
NICHTS checkt ^^
Nebenanmerkung: Nachdem Peter Walls getötet wurde, standen die Herzen eines jeden Menschen still, denn in sein
Fleisch war die Zahl
12121 eingeritzt. Woher kannte man das nur? Die Polizei ging von einem Nachahmer aus, weil
die Ausführung des Mordes nicht mit der von Walter übereinstimmte, immerhin war das Herz ja noch da.
"
Sullivan Runde Zwei" begann und die Ermittlungen liefen heiß her. Auch Joseph war ziemlich verwirrt und sicherlich
auch verängstigt.
Wo war Opfer 11?
Niemand wusste, dass es Walter selbst war... auch Joseph nicht.
Noch nicht.
---
Walters
13. Opfer war
Sharon Blake, ein altes Mütterchen.
Sharons
Familie schien vom Kult besessen zu sein, was ihr große Angst bereitete. Wenn Sharon sie besuchen wollte,
durfte sie sie nicht mal sehen. Deshalb beschloss sie der Sache
auf den Grund zu gehen. In einer dunklen Nacht
wanderte sie in den
Wäldern von Silent Hill in Richtung Wish House, um die Wahrheit über ihre Familie zu erfahren.
Leider kam sie nie im Wish House an, weil Walter auf sie wartete. Er
ertränkte sie (Toluca Lake…?).
Sharons Mordgrund war einmal die Charakteristik der
"Dunkelheit" aus den 21 Sakramenten.
Dunkelheit könnte mit vielem in Verbindung gebracht werden. Mit der
Zeit des Mordes, mit ihrem
Alter,
aber auch weil sie
in Dunkelheit tappt, nicht weiß, was mit ihrer Familie passiert. Ihr wird verwehrt sie zu
sehen. Vielleicht beschreibt die Dunkelheit also auch ihren Gemütszustand - sie ist
allein und verlassen, krallt
sich an ihre letzte Hoffnung ihre Familie wieder zu sehen, geht in die Wälder und wird von Walter getötet.
Ihre Tarotkarte heißt "
Der Tod" und steht für die
unabwendbare Wahrheit und die Umwandlung in eine
andere Form des Daseins. Die unabwendbare Wahrheit beschreibt die
Wahrheit hinter dem Kult, der sie
auf den Schlichen ist, die Umwandlung in eine andere Form des Daseins verweist eindeutig auf den
spirituellen
Zustand von Sharon Blake, denn sie wird später als Victim in Walters Unterbewusstsein materialisiert.
Nebenanmerkung: Joseph fand zu dieser Zeit immer mehr heraus, untersuchte Walters ausgehobenes Grab auf dem
Friedhof beim Wish House mit der Nummer 11121 und den Zusammenhang zwischen den Morden. Er wusste wenig später, nach
welchem Muster Walter mordete und konnte somit seine gesamte Geschichte verstehen. Leider veränderte sich sein körperlicher
und psychischer Zustand: Kopfschmerzen, Verzweiflung… etc.
---
Walters
14. Opfer war
Toby Archbolt… und Josephs Zeit wurde knapp.
Toby Archbolt
(siehe Bild) hielt sich in den
Wäldern von Mexiko auf, vielleicht, weil er den Braten
gerochen hatte und vor Walter fliehen wollte? Vielleicht auch, um seinen Drogengeschäften nachzugehen. Wie auch immer,
Toby konnte Walter nicht entkommen. Walter stieß ihn
100 Meter tief eine Klippe herunter. Seine Victim Karte sagt
uns weiterhin, dass er
Geldspiele und
Sex zu seinen Hobbys zählt, sowie eine Schwäche für
minderjährige
Mädchen hat. Er war weiterhin als
Drogendealer im Geschäft, von wessen Erträgen er Wish House finanzierte und
neu aufbaute. Für die Wiedereröffnung von Wish House wurde er in den
Stadtrat von Silent Hill gewählt.
Tobys Charakteristik war
Düsterkeit. Vielleicht ist damit seine wahre Seite gemeint. Einerseits der
brave,
engagierte Priester, der die Gemeinde finanziell unterstützt, andererseits jedoch der kalte Dealer, der mit
illegalen
Geschäften Geld verdient, sich an jungen Mädchen vergeht und ein versautes Leben führt. Ein wahrlich
düsterer
Mensch, dieser Toby Archbolt.
Seine Tarotkarte ist "
Die Massigkeit". Sie steht für die
Veredelung und
Umformung von etwas Altem.
Das könnte ein Indiz darauf sein, dass Toby mit seinem illegal verdientem Geld Wish House
neu eröffnete, ihm zu
neuer Macht verhalf.
---
Joseph war nun körperlich und psychisch am Ende. Er hatte seinen Bereicht über Walter Sullivan endgültig fertig gestellt,
wusste was geschehen war und was voraussichtlich noch geschehen wird. So konnte er mindestens eine grobe Opferliste
erstellen, wusste über Walters Rituale, die Heilige Himmelfahrt und darüber, dass seine Zeit knapp war. Leider war es für
eine Lösung des Problems zu spät, denn das 14. Opfer war tot und das 15. musste folgen:
"[…] Aus Dunkelheit und Leere bringe Düsterkeit hervor, und gürte dich mit der
Verzweiflung für den
Spender der
Weisheit. […]"
Der
Spender der Weisheit, Opfer 15, würde dem
Empfänger der Weisheit, Opfer 21, alle nötigen Informationen
zuspielen.
Opfer 15, der
Spender der Weisheit, das war er,
Joseph Schreiber.
Als er vollständig in die Parallelwelt von Walters Unterbewusstsein gezogen wurde, war es für ihn bereits zu spät. Er
starb voraussichtlich an einer Geisterscheinung, die ihn überfiel und tötete.
Seine Charakteristik ist einmal der "
Spender der Weisheit", was im obigen Text bereits erklärt wurde. Ein weiteres
Merkmal ist die "
Verzweiflung", die perfekt an Josephs Gefühlen belegt werden kann. Zum Zeitpunkt seines
unmittelbaren Todes, sogar schon etwas davor, wurde Joseph immer panischer, paranoider,
verzweifelter. Er bekam
Kopfschmerzen, kämpfte um seinen
klaren Verstand, versuchte sich Walter so gut es geht von der Pelle zu
halten. Die Emotion, die er vor seinem Tod verspürte, war
blanke Verzweiflung.
Seine Tarotkarte lautet "
Der Teufel". Sie steht für den
Herrn der Welt und zugleich ihr
Gefangener.
Außerdem für die
Verteuflung und dem
Verlangen nach Überirdischem.
Auf Joseph trifft der
Gefangene Walters Welt zu. Mit Verteuflung könnte gemeint sein, dass Joseph ebenfalls als
Victim in Walters Unterbewusstsein materialisiert wird. Die anderen Merkmale treffen eher auf Antagonisten zu, denn
"
Der Teufel" kann auch dafür verwendet werden, böse Menschen zu charakterisieren.
Nebenanmerkung: Mit dem Tod des Spenders der Weisheit
endete die zweite Offenbarung und die dritte begann
mit dem Einzug eines
neuen Bewohners in Zimmer 302. Wir alle kennen ihn -
Henry Townshend.
Zwei Jahre lang lebte er in Zimmer 302, ohne zu merken, in welchen Kreislauf er sich verstrickt hatte, denn als er
plötzlich diese Alpträume bekam, in denen sein Zimmer verschlossen war und er nicht mehr hinauskommen konnte, und dieser
Traum sich in der Gegenwart manifestierte, konnte er bereits
nicht mehr entkommen.
Als Henry dann die erste Nachricht von Joseph fand, war sein Schicksal schon fast besiegelt, denn zu diesem Zeitpunkt
begann er
die Weisheit zu empfangen.
Nachdem Joseph starb und Henry in Zimmer 302 einzog, begann die
dritte Offenbarung. Seit seinem Albtraum konnte er
die Wohnung nicht verlassen, doch Henry fand nach und nach Josephs Notizen und lernte mehr über Walter Sullivan.
Zeitgleich bildete sich ein
Loch in der Wand seines Bads, das ihn in Schrecken erregende Welten schickte. Was Henry
noch nicht wusste, war, dass er durch diese Löcher in Walters
Unterbewusstsein eindrang. In dieser Welt, in der
Walter herrschte, war er nur
Zuschauer und konnte nichts gegen Walters Morde tun, denn er herrschte alleine über
diese Welt, so wie es das
Ritual der Heiligen Himmelfahrt prophezeit hatte.
Die Hinweise auf Walters nächste Opfer finden wir wieder in der Kultbibel:
"[…] Das Dritte Zeichen
Und Gott sprach,
Kehre zurück zum
Ursprung durch die sündige
Versuchung.
Unter dem
Wachsamen Auge des Dämons, wandre einsam im formlosen
Chaos.
Erst dann werden die vier Bußen eine Linie bilden.[…]"
Die dritte Offenbarung war die Einleitung des Endes, denn war diese vollbracht, trat die letzte Offenbarung ein und Walter
hatte sein Spiel fast gewonnen.
---
Henrys erster Besuch in Walters Welt führte ihn in die
U-Bahn, wo er Walters
16. Opfer über den Weg lief,
Cynthia Velasquez.
Cynthia, eine hübsche Frau
spanisch-amerikanischer Herkunft, hatte Walter zuvor getroffen, als sie noch jünger war.
Walter hatte sie schon länger beobachtet, möglicherweise, um sie für sein Ritual auszugucken. Cynthia hatte ihn damals
geärgert, was Walter Angst machte.
Jetzt war Cynthia, in dem Moment, als sie die U-Bahn betrat, ein Ort, der tief mit Walters Unterbewusstsein verankert war,
in Walters Welt gefangen. Als Henry sie traf, hielt sie das Ganze für einen
Traum, doch sie musste bald feststellen,
dass sie sich irrte. Walter tötete sie, indem er sie
mehrfach erstach und ein Blutbad anrichtete.
Henry konnte ihr nicht helfen, da Cynthia ab einem gewissen Zeitpunkt einfach verschwand. Ein Indiz dafür, dass Henry
wirklich nur
Zuschauer war und
absolut nichts ausrichten konnte.
Cynthia war die "
Verführung" in Walters Ritual. Keine andere Person könnte diese Charakteristik besser verkörpern,
denn Cynthia war die
typische Aufreißerin, die im minderjährigem Alter
Nachtclubs besuchte und mit ihrer
Schönheit prahlte.
Ihre Tarotkarte ist "
Der Turm". Sie steht für
errichtete Herrschaft, plötzliche Zerstörung, einen
Schicksalsschlag, etwas wird
entthront, Hochmut, Befreiung und
Ausbruch. Einige Elemente können wir
in Cynthias Person wieder finden: Die
errichtete Herrschaft hängt mit der
Verführung zusammen. Sie hat sich
über längere Zeit so entwickelt, dass sie über andere Menschen (speziell Männer ^^)
herrschen kann. Die
plötzliche Zerstörung bringt dann Walters, der alles zerstört, was sie sich einst aufgebaut hat. Das Selbe trifft
auf den
Schicksalsschlag und die
Entthronung zu.
Hochmut ist eine Charakteristik, die wir auf Cynthia
übertragen können, denn wer weiß, dass sie schön und verführerisch ist, die ist sicher hochmütig.
Befreiung und
Ausbruch könnten mit ihrer misslungenen
Flucht aus der U-Bahn Station zusammen hängen, die niemals möglich
gewesen wäre, weil die U-Bahn in Walters Unterbewusstsein ein
abgeschlossener Bereich ist, ähnlich wie Zimmer
302.
Henry kam zu spät und konnte ihr nicht helfen. Es sollte nicht das erste Mal bleiben, dass Henry hilflos mit zuschaute,
wie alle um ihn herum starben.
---
Henrys nächster Besuch in Walters Unterbewusstsein führte ihn zum
Waisenhaus in den
Wäldern von Silent Hill,
wo er
Jasper Gein antraf, Walters
16. Opfer.
Jasper hielt sich dort höchstwahrscheinlich auf, weil er zum
Mutterstein wollte. Er erzählte Henry, dass die
Ureinwohner durch den Mutterstein Kontakt zu ihren
toten Verwandten aufnehmen konnten. Da Jasper ein
Okkultfreak war, wollte er möglicherweise auf diese Art versuchen, Kontakt zu
Bobby und Sein aufzunehmen,
seinen Freunden, die ebenfalls von Walter getötet wurden. In den Wäldern lief Henry auch erstmals der
kleine Walter
über den Weg, das
abgespaltete Verlangen, seine Mutter wieder sehen zu wollen. Der Kleine wusste nichts über das
Ritual, er war nur die
vom Kult verblendete Persönlichkeit, die unbedingt seine Mutter wieder sehen wollte und dafür
sogar bereit war, ein Ritual auszuführen. Als Jasper ihn sah, wusste er, dass das
Ritual der Heiligen Himmelfahrt
bereits stattgefunden hatte und sah den
Anfang vom Ende.
Jasper starb, weil er im Wish House
verbrannte. Unklar ist jedoch, ob Walter ihn verbrannt hatte, oder ob er es
selbst tat, da Jasper den Kerzenständen in der Hand hielt, während er brannte. Vielleicht wollte er sich als Teil
des Rituals
selbst opfern? Er ritzte sich sogar
eigenhändig die Zahl
17/21 in die Brust.
Jaspers Charakteristik ist "
Der Ursprung". Walter wählte ihn wohl als 17. Opfer, weil Jasper schon
von Anfang
an dabei gewesen war, weil er floh, als seine Freunde Bobby und Sein als zweites und drittes Opfer starben. Jasper war
also
Teil des Ursprung des Rituals. Andere Überlebende des Ursprungs gab es nicht, deshalb kam nur Jasper in
Frage.
Seine Tarotkarte ist "
Der Stern", die für die
unwiderrufliche Wahrheit, die
Hingabe zu Sternenwelt,
sowie
Universum und Kosmos steht. Jasper war wohl zusammen mit Joseph der Einzige, der Walters Ritual kannte, er
kannte also die
ganze Wahrheit über das Ritual. Die Hingabe zur Sternenwelt, sowie Universum und Kosmos, deute ich
einfach als die
Hingabe zum Übernatürlichen, zu Vorgängen, die dem Menschen noch ein Rätsel sind. Übertragend wäre
das dann die
Hingabe Jaspers zu Walters Ritual, sowie den
Bräuchen des Kultes.
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Walters
18. Opfer war
Andrew DeSalvo.
Henry traf ihn im
Wassergefängnisturm, jedenfalls dem in Walters Unterbewusstsein. Walter hatte in diesem Turm
schlimme Zeiten seiner Kindheit verbracht. Noch schlimmer war wohl Andrew für ihn gewesen, denn der
angeheuerte
Wächter der Kinder war immer sehr
streng und brutal zu ihnen. Er scherte sich nicht über die Lehren des Kultes,
befehligte die Kinder nur nach seinen
eigenen Regeln und war deshalb bei sowohl Kindern, als auch Kultmitgliedern
unbeliebt und galt als "
fettes Schwein". Im Keller des Wassergefängnisses, gleich hinter der Küche, befand sich ein
Folterraum mit den abartigsten Werkzeugen. Wer weiß, was in der Küche alles zubereitet wurde ^^. Die Kinder
fürchteten sich jedenfalls vor dieser Tatsache, deshalb war der Folterraum auch der Ort, an dem
Andrew von Walter
getötet wurde. Walter bediente sich jedoch keiner Foltermittel, er
ertränkte ihn stattdessen. Henry hatte wieder
keine Chance, Andrew zu helfen. Er kam zu spät und war wieder nur Zuschauer.
Andrews Charakteristik in Walters Ritual ist "
Wachsamkeit". Dieses Merkmal ist schnell erläutert, denn Andrew war
der
Wächter der Kinder, ebenso wie ihr Peiniger. Walter fiel es wohl nicht schwer, ihn für Opfer 18
auszuzählen.
Seine Tarotkarte lautet "
Der Mond" und steht für den
Herrscher über Flüssigkeiten und der
Gefühlswelt,
sowie das
Ungezähmte/Wilde im Menschen. Der Herrscher über Flüssigkeiten ist Andrew, weil er auch
im
Wassergefängnis eingesetzt wurde, um über die Kinder zu wachen. Er kontrolliert auch ihre Gefühlswelt. Wo der Mond für
romantische Gefühle beliebt ist, ist Andrew eher für
Angst, Schrecken und Hass bekannt. Das Ungezähmte und Wilde
steht für Andrews
Brutalität und Kaltherzigkeit.
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Henry traf
Richard Braintree, Walters
19. Opfer, im Zentrum von SAH. Henry besuchte dort verschiedenste Orte,
die in Walters Leben relevant waren, nämlich Rick Alberts Sportgeschäft, Eric Walshs Bar, Steve Garlands Tiergeschäft,
William Gregorys Uhrenladen. Alles ehemalige Opfer Sullivans.
Richard hatte Walter immer
bedroht und angeschrieen, wenn er die SAH-Apartments betrat, um bei Zimmer 302 seine
Mutter zu suchen. Einmal bedrohte er ihn sogar mit einem
Revolver. Walter hatte
panische Angst vor diesem
kinderfeindlichen Mann, deshalb tötete er ihn in seinem eignen Zimmer, 207, auf einem
elektrischen Stuhl.
Richards Tod war
grausam und langsam. Henry konnte auch hier seinen Tod nicht verhindern. Er sah Richard von einem
Fahrstuhl aus, wie er sich mit dem
kleinen Walter stritt und diesen verfolgte. Henry roch den Braten zwar, konnte
ihm aber nicht folgen, da er in dem Fahrstuhl stand. Als Henry dann im Treppenhaus
Richards Schrei hörte, führten
die Treppen zu Richards Zimmer schier
endlos weit nach oben, was es für Henry
unmöglich machte, rechtzeitig
in Richards Zimmer anzukommen. Diese Treppe war sicherlich eine
Konstruktion Walters Unterbewusstseins, um Henry
handlungsunfähig zu machen. Ein weiteres Indiz dafür, dass Henry nichts als ein Zuschauer war.
Richards Charakteristik ist "
Chaos". Auch dies lässt sich leicht erklären, da Richards
aggressive
Persönlichkeit, sein
Hass auf Kinder und sein Besitz von
gefährlichen Waffen auf einen
wütenden und
stürmischen Charakter hinweisen.
Chaos beschreibt auch, mit welcher Angst Walter Richard betrachtete.
Seine Tarotkarte lautet "
Die Sonne". Ihre Merkmale sind das
Feuer, sowie der
Herr des Feuers der Welt.
Feuer kann
wüten, ebenso wie Richard. Der Herr des Feuers unterstreicht noch mal seine Charakteristik,
Chaos,
seine
aggressive Persönlichkeit und seinen
stürmischen Charakter.
Mit dem Tod von Richard Braintree war die dritte Offenbarung beendet. Jetzt war es an der Zeit, die beiden Personen zu
Opfern, die schon lange für Walters Ritual feststanden.
Opfer 20 und Opfer 21.
Die
letzte Offenbarung sollte Walter Sullivan auf die Siegesstraße führen. Danach hatte er das Ritual der 21
Sakramente erfüllt und würde seine Mutter endlich wieder sehen.
Zwei große Fragen stellen sich uns jedoch noch,
auf die Walter nicht im Entferntesten kommen würde.
Die erste Frage wäre:
WER wird TATSÄCHLICH geboren?
Die zweite Frage:
WER würde seine Mutter wirklich wieder sehen?
Die Kultbibel gibt uns freien Einblick auf Walters Weg:
"[…]Das letzte Zeichen
Und Gott sprach,
trenne vom Fleisch jene, die die
Wiedergeborene Mutter,
und jenen, der der
Empfänger der Weisheit.
Ist dies vollbracht, wird, beim Mysterium der 21 Sakramente, die
Heilige Mutter wiedergeboren und das sündige
Volk erlöst."
Ob Walter sein Vorhaben gelingt, liegt natürlich ganz beim Spieler, aber ob Walter wirklich
gewinnt, das steht in
den Sternen.
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Walters
20. Opfer sollte
Eileen Galvin sein.
Auch sie hatte Walter einst in ihrer
Kindheit getroffen. Sie schenkte ihm eine
Puppe, als er ganz allein in
der U-Bahn lag und versuchte zu schlafen.
Das war die
einzige freundliche Geste, die Walter jemals in seinem Leben empfangen hatte. Da Henry offensichtlich
Gefühle für Eileen hatte, wollte er sie um jeden Preis retten, was ihm jedoch wieder nicht gelang, da er als
Fremdkörper in Walters Unterbewusstsein nur Walters Handlungen
zuschauen konnte. Stattdessen wurde Eileen von
jemand anderem gerettet, nämlich von dem
kleinen Walter. Der Grund dafür war sicherlich, dass der Kleine sich besser
an
Eileens Freundlichkeit erinnerte und sie in seinem Kopf die fehlende
Mutterfunktion einnahm.
Eileens Charakteristik in Walters Ritual war in der Tat die "
Wiedergeborene Mutter". Die Tatsache, warum Walter sie
für dieses Opfer wählte, liegt auf der Hand. Einmal war sie die einzige Person, die Walter eine
freundliche Geste
übermittelte, indem sie ihm ihre Puppe schenkte. Doch auch die Tatsache, dass Eileens Wohnung Zimmer 303 ist, spielt eine
wichtige Rolle. Weil Walter Zimmer 302
für seine Mutter hielt, diese aber "
schlief", lag auf der Hand, dass
die Person, die in Zimmer 303 lebte, die "
Wiedergeborene Mutter" war. Eileen war also genauso wie Henry schon lange
vorher als Opfer
bestimmt gewesen.
Ihre Tarotkarte lautet "
Das Gericht". Sie ist eine interessante Karte, da sie die
Wiederauferstehung, nach
vorausgegangener Reinigung durch Schritte 1-20 (Tarotkarten) symbolisiert. Genau das erhoffte sich Walter ja, die
Wiederauferstehung seiner Mutter, nachdem er die 21 Sakramente erfüllt hatte. Die Wiederauferstehung deutet ebenfalls auf
Eileens Charakteristik, die "
Wiedergeborene Mutter" hin. Außerdem steht das
Gericht im starken Zusammenhang
mit Tarotkarte 11, der
Gerechtigkeit und die besitzt ja bekanntlich
Walter Sullivan. Das macht diese Karte so
interessant ^^.
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Opfer 21 war unser um alles geliebte Protagonist,
Henry Townshend.
Nachdem er Eileen aus dem
St. Jerome Hospital befreite, machte er sich mit ihr auf die Suche nach Josephs
ultimativer Wahrheit, die den Beiden das Geheimnis
Walters Vernichtung offenbarte. Wie sollte man einen Geist
töten? Die Antwort gab ihnen der "
Blutrote Foliant", aber das ist Henrys Geschichte ^^
Was kann man über Henry sagen? Er zog in Zimmer 302 ein und war damit als
Empfänger der Weisheit bestimmt. Auf seinem
Weg durch Walters Unterbewusstsein lernte er über den Mörder und fand dabei
Josephs Notizen. Gegen Ende zog er dann
zusammen mit Eileen los, um die
ultimative Wahrheit zu finden, betrat Walters Welten praktisch ein zweites Mal
durch die Hintertüren, ging
den Weg des Mörders selbst und fand schließlich einen Weg ihn aufzuhalten. Ob er
diesen Plan in die Tat umsetzen konnte, lag am Spieler.
Seine Charakteristik war "
Der Empfänger der Weisheit" und wurde zuvor schon ausführlich begründet. Kurz: Er
empfing die Informationen die Joseph ihm
spendete.
Seine Tarotkarte ist wieder sehr interessant: "
Die Welt" steht für
Vollendung,
Allwissenheit, und das
Erleben des Resultats. Das 21. Opfer steht für
Vollendung des Rituals der 21 Sakramente, die Allwissenheit
deutet auf
Henrys Position als Empfänger der Weisheit hin, das Erleben des Resultats auf Henrys
Konfrontation mit
dem Ende Walters Rituals, sowie der
Macht das Resultat zu verhindern.
Sollte Henry den Tod finden, wäre die letzte Offenbarung beendet und
Tarotkarte 22 würde ins Spiel kommen:
"Das Auge der Nacht" symbolisiert Gott.
Im Endeffekt sind die 21 Tarotkarten dazu da,
Gottes Segen zu empfangen, ihn
allgegenwärtig zu machen. Walters
Ritual der 21 Sakramente läuft auf das Selbe hinaus. Er will die 21 Sakramente erfüllen, um seine Mutter
wiederzuerwecken, doch was erweckt er wirklich?
"
Das Auge der Nacht" bringt uns Erleuchtung. Walter würde den
Kultgott erwecken, den wir unter anderem in
Silent Hill 1 in Gestalt von
Samael kennen gelernt haben.
Eine der uns zuvor gestellten Fragen lässt sich somit beantworten: "
WAS erweckt Walter WIRKLICH?"
Walter wurde vom Kult
manipuliert, soviel ist klar. Er wurde dafür benutzt, die 21 Sakramente zu erfüllen und somit
einen Gott wiederzubeleben, der der Welt (aus Sicht des Kultes) Erlösung bringen würde. Laut des "
Blutroten
Foliant" ist dieser Gott jedoch ein böser Gott, bzw. der Teufel:
"Jene, die "
Heilige Mutter" genannt wird, sei auch
nicht im Geringsten heilig. Der "
Abstieg der Heiligen
Mutter" ist nichts als der
Abstieg des Teufels. Die, die "
21 Sakramente" genannt werden, seien
nicht
im Geringsten sakramental. Die "
21 Sakramente" sind nichts als die
21 Ketzereien. Ein
Reich der
Verderbtheit im gesegneten Reich unsres Herren zu gebären, sei
Blasphemie und das
Werk des Teufels.
[…]"
Ich denke, dass dieser Auszug uns genug Informationen über den Kultgott gibt und darüber, was Walter
unwissentlich
erschafft. Eigentlich ist Walter schon fast zu bemitleiden, auf solch grausame Art und Weise manipuliert zu werden.
Walter Sullivan war sein Name, obwohl er namenlos war. Sein Leben war schwer, als Baby ausgesetzt, fast gestorben, im St.
Jerome gerettet, ins Wish House gebracht und von dort an manipuliert, gequält, eingesperrt. Dahlia Gillespie begann der
Manipulation, indem sie ihn mit der gemeinen Lüge, seine Mutter würde immer noch in Zimmer 302 auf ihn warten, zu der
kindlichen Schlussfolgerung führte, seine Mutter würde schlafen und müsse geweckt werden. Der Gedanke, Walter anstatt von
Alessa als Trumpf im Ärmel zu haben, war sicherlich verlockend. Durch den Einfluss des Kultes hasste er die Außenwelt und
kam bald auf den Gedanken, seine Mutter sei Zimmer 302, warum sollte sie auch einer dieser bösen Menschen sein, die ihn
quälten? "Die 21 Sakramente - Der Abstieg der Heiligen Mutter" kam ihm gerade zu gelegen. Der Gedanke, dass seine Mutter
wiederauferstehen und Erlösung unter die Sündiger bringen würde, war wohl der Schönste, den er je verspürt hatte. Er musste
die Lektüre rauf und runter lesen und schreiben können, wurde eingesperrt, wenn er Fehler machte. Die Zeilen brannten sich
nahezu in seinen Kopf ein. Das Verlangen das Ritual durchzuführen wurde immer größer. Durch ein Ritual sperrte George Rosten
dann den Dämon Valtiel, den Wächter des Kultgottes, in Walters Körper, um das Erwachen des Kultgottes zu gewährleisten.
Walter machte dem Priester jedoch einen Strich durch die Rechnung. Als er mit dem 19. Lebensjahr Wish House verließ, um in
Pleasant River Medizin zu studieren, bereitete er sich auf das Ritual vor, dass er mit 24 Jahren startete. Auf seiner
Opferliste stand auch George Rosten, der Mann, der versucht hatte ihn zu kontrollieren. Mit dem Ritual der Heiligen
Himmelfahrt wurde er zur unaufhaltbaren Killermaschine. Seine Persönlichkeit wurde in zwei Hälften getrennt: Einmal Walter
in seiner 24-jährigen Gestalt, also das Verlangen, die 21 Sakramente um jeden Preis zu erfüllen, die Killermaschine, die
durch nichts zu stoppen ist. Der zweite Teil war Walters sechs-jährige Gestalt, die nichts anderes wollte, als seine Mutter
wieder zu sehen (auf Alessa übertragen, war der kleine Walter wie Cheryl, die Hoffnung). Mit dieser Information können wir
die letzte, noch offen stehende Frage beantworten: "WER würde seine Mutter wirklich wieder sehen?"
Die Antwort lautet wie folgt: Würde Walter sein Ritual erfüllen und den Kultgott wiederbeleben, wäre seine weitere Existenz
sinnlos. Der "Mann im Mantel" existiert praktisch nur, um sein sechs-jähriges Ich glücklich zu machen. Oder hat der Spieler
auch nur ein einziges Mal den Mann im Mantel vor Zimmer 302 gesehen, wie er hilflos an die Tür geklopft hat? Der erwachsene
Walter existiert nur, um das Ritual zu erfüllen, der kleine, hilflose Walter existiert nur, um wieder mit seiner Mutter
(Zimmer 302) vereinigt zu werden. Im "21 Sakramente Ende" wird der Spieler Zeuge, wie die 21 Sakramente erfüllt sind, der
kleine Walter sich im verfluchten Zimmer 302 auf das Sofa kuschelt und der erwachsene Walter anteilnahmslos und starr in der
Ecke steht und nichts tut. Was sollte er auch tun? Seine Existenz ist sinnlos geworden, jetzt, da sein jüngeres Ich
wunschlos glücklich ist.
Am Ende lässt sich sagen, dass Walters Ritual ihm persönlich rein gar nichts brachte. Der kleine Walter lebt in der falschen
Hoffnung, seine Mutter sei Zimmer 302, der große Walter hat den Sinn seines Lebens vertan und zu allem Elend ist der
Kultgott wiedergeboren, anstelle von Walters Mutter. Nachdem der Gott in Silent Hill 1 in Form von Samael, einer Vorstellung
von Alessa, und in Silent Hill 3 in Form von Alessa, einer Vorstellung von Claudia, erschaffen wurde, lässt sich spekulieren,
dass er in Silent Hill 2 im "Wiedergeburt Ende" in Form von Mary, einer Vorstellung von James, und in Silent Hill 4, nach
Vollendung der 21 Sakramente, als Zimmer 302, nach der Vorstellung von Walter Sullivan erscheinen würde.
Ich hoffe, dass Ihnen meine Analyse von Walters Ritual gefallen hat und dass die Hintergründe dieses tiefgründigem Spiels
jetzt etwas klarer erscheinen.
Diese Analyse von Walters Ritual ist eine Zusammensetzung aus eigenen Theorien und folgenden Quellen: